90 Jahre Spitzenmedizin und -pflege in Regensburg

(19.06.2019)

Seit der Eröffnung des Regensburger Krankenhauses am 19. Juni 1929 setzen sich Barmherzige Brüder, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für kranke und hilfsbedürftige Menschen in Ostbayern und darüber hinaus ein. Sein Erbauer, Frater Eustachius Kugler, wurde vor 10 Jahren am 4. Oktober 2009 selig gesprochen. Diese beiden Jubiläen werden in einem Festjahr gefeiert, an dessen Beginn ein Festgottesdienst zum Gedenken an Eustachius Kugler mit anschließendem Mitarbeiterfest steht.

Das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg bietet seit 90 Jahren medizinische und pflegerische Versorgung auf höchstem Niveau und ist für seine Expertise national und international anerkannt. „Die Bevölkerung in Ostbayern hat über die vergangenen Jahrzehnte unserem Haus und seinen Mitarbeitern ein besonderes Vertrauen entgegengebracht und uns eine erhebliche Weiterentwicklung ermöglicht. So können wir heute als größtes Krankenhaus in Ostbayern ein umfassendes Leistungsangebot in 28 Kliniken und Instituten darstellen“, stellt Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler heraus. „Mit der Feier des Gedenktages unseres Gründers am „Geburtstag“ unseres Krankenhauses bedanken wir uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dies getragen haben und sich täglich rund um die Uhr für unsere Patienten einsetzen“, so Dr. Andreas Kestler.

Von der Erbauung bis heute
Die von Frater Eustachius Kugler Ende der 1920er Jahre erbauten Krankenhäuser St. Pius und St. Vinzenz (seinerzeit noch als Männer- und Frauenbau streng getrennt) erfuhren in der Bevölkerung sehr schnell große Akzeptanz. Bereits 1932 konnte auch eine Krankenpflegeschule eröffnet werden. Die Gebäude wurden vom damaligen „Stararchitekten“ Prof. Albert Boßlet im Stil des Weimarer und Dessauer Bauhauses konzipiert und stellen heute – im Jahr des 100-jährigen Bauhausjubiläums – das wichtigste Beispiel dieser Architektur in Ostbayern dar.

Es war eine glückliche Fügung, dass das Krankenhaus bei der Bombardierung der Messerschmittwerke am 17. August 1943 fast keinen Schaden erlitten hat. In den Kriegsjahren diente das Männerkrankenhaus als Reservelazarett, nach dem Krieg beschlagnahmten die Amerikaner das Krankenhaus als Militärhospital. Während schon 1946 die Versorgung von männlichen Kranken im eigentlichen Frauenkrankenhaus St. Vinzenz erfolgen konnte, mussten die Frauen bis 1954 in der Augustenschule stationär behandelt
werden. Eine Spätfolge des Krieges hatte das Krankenhaus 2015 zu bewältigen, als in der Dornierstraße am 26. Oktober bei Bauarbeiten eine Bombe gefunden wurde, die erst nach kompletter Evakuierung aller Patienten am 1. November entschärft werden konnte.

Mitte der siebziger Jahre fiel die Entscheidung, das Krankenhaus zu modernisieren. Die Erweiterung begann 1979 mit der Gründung der Abteilung für Strahlentherapie und Nuklearmedizin, 1982 folgte die Radiologie, Neurochirurgie und Onkologie und 1984 die Kardiologie. So ging die medizinische Ausdifferenzierung des Leistungsspektrums über die Jahrzehnte bis zur Einrichtung einer Abteilung für Sarkome und Knochentumore 2019 kontinuierlich weiter.

Das Zentralgebäude, das 1995 in Betrieb genommen wurde, verbindet seither bestehende und hinzukommende Bettenhäuser. Meilensteine waren: Sanierung Pius West 1998, Pius Mitte 2002, Neubau St. Rafael 2000, Neubau St. Benedikt Menni 2005, Erweiterung Zentralgebäude (OP, Radiologie, Apotheke) 2015, Neubau Paul Gerhardt Haus und Erweiterung St. Rafael Nord 2017. Mit der Eingliederung der Klinik St. Hedwig 2001 und dem Ersatzneubaus des Evangelischen Krankenhauses mit dem Paul Gerhardt Haus 2017 wurde das Leistungsangebot komplettiert und qualitativ ergänzt (Hochschulmedizin, Altersmedizin). Derzeit wird ein zweites Parkhaus gebaut, der Hubschrauberlandeplatz auf das Dach des Bettenhauses St. Rafael verlegt und die Endoskopie erneuert und erheblich erweitert.  

Heute verfügt das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg über 979 Betten (weitere 80 im rechtlich selbstständigen Paul Gerhardt Haus) und versorgt jährlich über 49.000 Patienten stationär und etwa 115.000 Patienten ambulant. 3.171 Kinder erblickten 2018 in der Klinik St. Hedwig das Licht der Welt.