Wenn die Erinnerung verblasst

Demenz-sensibler Bereich

Menschen mit Demenz bedürfen unserer besonderen Zuwendung. Sie verlieren allmählich die Orientierung zur eigenen Geschichte, zu ihren Angehörigen, zum Ort und zur Zeit. Dabei haben Sie selbstverständlich Gemütsschwankungen und können sich selbst nicht mehr in ihren Bestrebungen steuern. Sehr häufig entwickelt sich ein ausgeprägter Bewegungsdrang mit Weglaufgefahr.

Ohne  technische Hilfsmittel ist die Versorgung dieser Menschen so aufwändig, dass im ungünstigsten Fall eine medikamentöse Sedierung oder räumliche Fixierung erfolgen müsste, um eine Selbstgefährdung zu verhindern. Diese Maßnahmen führen in eine für die Betroffenen unwürdige Situation. Wir wollen im Paul Gerhardt Haus solch eine Eskalation verhindern. Deshalb erhalten diese Patienten ein elektronisches Signal-Armband, das verhindert, dass sie bestimmte Türen öffnen oder den Aufzug benutzen und sich unbemerkt von der Station entfernen können. So bieten wir größtmöglichen Bewegungsfreiraum bei größtmöglichem Schutz.

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Die Räumlichkeiten sind derart gestaltet, dass die Patienten auf dem Gang vor dem Zimmer eine große Runde laufen können und letzlich nicht in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt sind.

In der Nacht sorgen indirektes Licht und Bewegungsmelder für eine bessere Orientierung der Patienten. Angehörige können zum Beispiel Familienbilder an Metallboards anbringen, um eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Außerdem stehen unsere Psychologen bereit, um wertvollen Rat zu geben, wie die Angehörigen mit der Erkrankung ihrer Nächsten umgehen können. Es gibt in begründeten Fällen die Möglichkeit für ein „Rooming-in“ der Angehörigen im Patientenzimmer oder der Unterbringung in einem separaten Angehörigenzimmer.

Die Mitarbeit der Angehörigen und Bevollmächtigten bei der Entscheidungsfindung für medizinische Maßnahmen ist uns besonders wichtig. Nur so können wir den mutmaßlichen Willen des Kranken herausfinden und die medizinische Vorgehensweise danach ausrichten.